Sie sind hier

Konvoi-Regeln

Auch wenn es manchen Leuten auf den Keks geht: bei Fahrten in der Kolonne sind ein paar Regeln zu beachten, die für die gefahrlose Durchführung der Sternfahrt zwingend einzuhalten sind. Deshalb die folgenden Punkte bitte gründlich lesen und sich daran halten. Denn wir wollen alle gesund und munter wieder zu Hause ankommen. Das Letzte, was wir brauchen können, sind Unfälle durch falsches Verhalten während der BU-Sternfahrt !!!

Wegen der leichteren Lesbarkeit haben wir in der Folge auf die genderpolitisch korrekte Schreibweise verzichtet. Wir hoffen auf das Verständnis unserer weiblichen Leser.

  • Die Teilnahme an der gesamten BU-Sternfahrt inklusive Zwischenstopps und Übernachtungen geschieht auf eigene Gefahr und auf eigenes Risiko. Die Biker Union e.V. übernimmt keinerlei Haftung.

  • Jeder ist während der Fahrt für sich selbst verantwortlich, achtet aber auf seinen Vorder-, Neben- und Hintermann.

  • Wir fahren grundsätzlich in Zweierreihen versetzt. Bitte keine Lücken und auch keine großen Abstände zum Vordermann in der eigenen Reihe lassen. Der notwendige Sicherheitsabstand wird durch das versetzte Fahren erreicht.

  • Auch bei mehrspurigen Straßen nutzen wir nur eine Fahrspur. Bitte immer auf der Fahrspur des Vordermanns fahren.

  • Während der Fahrt grundsätzlich nicht die Reihe wechseln. Wer beim Start in der rechten Reihe losfährt, bleibt bis zum nächsten Tankstopp rechts. Entsprechendes gilt für die linke Reihe. Bei einem Tankstopp kann bei Bedarf die Reihe gewechselt werden.

  • Wir fahren in den Ortschaften mit ca. 20 bis 40 km/h, auf überörtlichen Straßen mit maximal 60 km/h. Auf den wenigen Autobahnetappen sind wir mit 70 bis 80 km/h unterwegs.

  • Bitte mit möglichst gleichmäßiger Geschwindigkeit fahren. Beim Entstehen einer Lücke zügig, aber nicht zu schnell aufschließen. In keinem Fall "Gas - Bremse - Gas", da sich die Abstände und die Geschwindigkeit der letzten Fahrzeuge ansonsten in gefährliche Größenordnungen aufschaukeln.

  • Wenn die Kolonne auf gerader Strecke mit einigermaßen gleichmäßiger Geschwindigkeit fährt, die eigene Geschwindigkeit an der Geschwindigkeit des Hintermanns orientieren. Fällt der Hintermann zurück, die Geschwindigkeit reduzieren. Damit vermeiden wir Lücken und fahren insgesamt eine angemessene Geschwindigkeit.

  • Es wird grundsätzlich nicht überholt. Einzige Ausnahmen gelten für die Kradfahrer der Polizei, unsere speziell eingeteilten Ordner und unsere Kameraleute, erkennbar an den Signalwesten der BU. Überholvorgänge im Konvoi sind nur im Notfall oder bei Ausfall eines Fahrzeugs erlaubt.

  • Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn haben Vorrang vor unserem Konvoi. Bitte diese Fahrzeuge passieren lassen und dann zügig, aber nicht hektisch aufschließen.

  • Im Regelfall sperrt die Polizei die Kreuzungen für uns ab, damit unser Konvoi ungehindert und in einem Stück passieren kann. Meistens werden die Absperrungen der Polizei von uns unterstützt. Dabei wird im rollierenden Verfahren gearbeitet. Die Polizei hält den Verkehr an und übergibt ihre Absperrung an unsere Absperrer. Wenn der komplette Konvoi durch ist, klinken sich die Absperrer am Ende des Konvois wieder ein. Damit wird jeder Mitfahrer im Konvoi immer wieder auch zum Absperrer.

  • Wenn eine Kreuzung für unseren Konvoi gesperrt ist, wird auch bei roter Ampel nicht angehalten.

  • Es gibt im Regelfall drei Führungsfahrzeuge im Konvoi: den Führer der Kolonne und zwei Einweiser für die Einteilung der Absperrer. Den Zeichen der Einweiser ist unbedingt Folge zu leisten.

  • Unsere eingeteilten Ordner überwachen den Fluß des Konvois und die Abstände zwischen den Fahrzeugen. Den Anweisungen dieser Ordner ist ebenfalls Folge zu leisten.

  • Das letzte Motorrad im Konvoi ist der Rückeinweiser für das Einfädeln nach Absperrungen. Den Zeichen dieses Rückeinweisers ist ebenfalls Folge zu leisten.

  • Das letzte Fahrzeug der Kolonne ist unser Begleit-LKW, der von mehreren Motorrädern begleitet wird. Bei Absperrmaßnahmen bitte darauf achten, daß auch der LKW mit seinen Begleitmotorrädern noch gefahrlos die Kreuzung passieren kann. Hinter dem LKW fährt ggf. noch ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht zur Absicherung nach hinten.

  • Nicht immer wird es uns erlaubt, die Absperrungen der Polizei zu übernehmen. Das jeweilige Verfahren wird auf jeder Teiletappe vor der Abfahrt mit dem örtlichen Einsatzleiter der Polizei abgesprochen und bekannt gegeben. Bitte unbedingt auf die Handzeichen der beiden vorderen Einweiser achten.

  • Absperrungen der Polizei übernehmen grundsätzlich nur das erste bzw. die ersten Bikes links und rechts hinter den drei Führungsfahrzeugen. Bei großen und unübersichtlichen Kreuzung werden mehrere Bikes pro Reihe für Absperrmaßnahmen gebraucht. Denn ggf. müssen z.B. auch entgegenkommende Linksabbieger angehalten werden. Abgesperrt wird auf eindeutige Handzeichen der beiden vorderen Einweiser hin. Die zeigen deutlich, wie viele Absperrer in ihrer Reihe an der jeweiligen Kreuzung gebraucht werden und wo die zu stehen haben.

  • Grundsätzlich gilt, daß der Führer des Konvois nicht überholt werden darf. Ausnahme: wenn wir die Absperrung der Polizei übernehmen, muß die Übernahme der Absperrung vor dem Passieren des Konvoi-Führers abgeschlossen sein. Dazu geben die beiden Einweiser eindeutige Handzeichen. In keinem Fall darf jedoch das Führungsfahrzeug der Polizei überholt werden.

  • Die ersten Fahrer hinter den drei Führungsfahrzeugen müssen die Verkehrssituation im Auge behalten und sich jederzeit auf zusätzliche adhoc-Maßnahmen einstellen. Das gilt vor allem bei unübersichtlichen Kreuzungen, bei entgegenkommenden Fahrzeugen in Engstellen oder bei Fehlreaktionen anderer Verkehrsteilnehmer.

  • Bei der Übernahme von Absperrungen bitte nicht die Reihe wechseln. Wer links fährt, sperrt auf der linken Seite ab, wer rechts fährt auf der rechten Seite.

  • Bei der Übernahme von Absperrungen auf der linken Seite des Konvois darf in keinem Fall der Gegenverkehr gekreuzt werden. Das gilt auch dann, wenn die Kradfahrer der Polizei das anders handhaben. Die haben - im Gegensatz zu Euch - mit ihrem Blaulicht Sonderrechte. Bitte in diesem Fall grundsätzlich auf der Mitte der Kreuzung stehen bleiben.

  • Bei der Übernahme von Absperrungen der Polizei bitte auf Fahrbahnmarkierungen achten. Die werden bei feuchter Straße ausgesprochen rutschig und damit zur Unfallgefahr.

  • Wenn wir auf einer Vorfahrtsstraße fahren und keine Ampel passieren, brauchen wir im Regelfall keine Absperrungen zu übernehmen. Das gilt auch dann, wenn die Polizei die Kreuzung abgesperrt hat. Bitte auf die Hand­zeichen der beiden vorderen Einweiser achten.

  • Wenn Kreuzungen oder Zufahrten abgesperrt werden, bitte darauf achten, daß sich keiner durchmogelt. Verständigt Euch mit den anderen Verkehrsteilnehmern durch eindeutige Handzeichen darauf, daß sie zu warten haben.

  • Auf der gesamten Fahrt besonders auf Fußgängerüberwege, vor allem auf die mit Fußgängerampeln achten. Trotz eindeutiger Verkehrsregelung passiert es gerade in Großstädten immer wieder, daß Fußgänger auf ihr vermeintliches Recht beharren und die Kolonne kreuzen wollen.

  • Bei der Übernahme von Absperrmaßnahmen passiert es immer wieder, daß auf einer Seite mehr Absperrer benötigt werden als auf der anderen Seite. Dadurch entsteht in einer der beiden Reihen eine Lücke hinter den Einweisern, die unverzüglich geschlossen werden muß. Das Aufschließen auf den Vordermann durch Passieren der Fahrer in der anderen Reihe gilt nicht als Überholen und muß möglichst zügig, aber nicht hektisch erfolgen. Sonst gehen uns an der Spitze des Konvois die Absperrer aus.

  • Wenn das Ende der Kolonne in Sicht kommt, bitte auf das Bike steigen, Motor anmachen und den ersten Gang einlegen. Sobald der Rückeinweiser, der vor dem LKW fährt, das Zeichen gibt, los fahren und sich unmittelbar vor dem Rückeinweiser wieder einklinken. Bitte daran denken, daß im Regelfall auch auf der anderen Straßenseite jemand abgesperrt hat, der sich wieder in den Konvoi einfädeln muß und dazu ausreichend Platz braucht.

  • Jeder Teilnehmer an der Sternfahrt muß sich an den Absperrungen beteiligen, da wir ansonsten die Kontrolle über die Absperrmaßnahmen verlieren. Das gilt auch für Zweispurfahrzeuge (Gespanne, Trikes und Quads). Wer sich nicht traut, eine Absperrung alleine zu übernehmen, hängt sich an seinen Vordermann und fährt mit diesem raus. An einer der nächsten Kreuzungen hat man dann genügend Selbstvertrauen und bekommt das auch alleine hin. Wer nicht absperren will, kann nicht an der BU-Sternfahrt teilnehmen.

  • Fahrer von Zweispurfahrzeugen müssen ihr Fahrzeug sicher beherrschen, um an der BU-Sternfahrt teilnehmen zu können. Sonst funktionieren insbesondere bei engen Ortsdurchfahrten unsere Absperrmaßnahmen nicht.

  • Leute, die unbedingt zusammen fahren wollen, müssen sich hintereinander in der gleichen Reihe in den Konvoi einordnen. Durch die Übernahme der Absperrungen ist ansonsten spätestens an einer der nächsten Kreuzungen der Kontakt verloren gegangen. Wir raten aus Sicherheitsgründen dringend von solchen "Paarbildungen" ab. Beim nächsten Tankstopp hat man sich ja wieder und kann dort die "traute Zweisamkeit" ausleben.

  • Bitte daran denken, daß die Kradfahrer der Polizei, unsere eingeteilten Ordner und unsere Kameraleute ab und zu an die Spitze der Kolonne müssen. Während der Fahrt unbedingt regelmäßig in den Rückspiegel schauen und Platz zum Einscheren bei Gegenverkehr machen.

  • Wenn ein Fahrzeug ausfällt, an den Straßenrand rollen und stehen bleiben. Dem LKW-Fahrer frühzeitig ein eindeutiges Zeichen geben, ob er anhalten soll oder nicht. Die Kolonne passiert das ausgefallene Bike und bleibt nach einiger Zeit stehen. Der LKW hält an und lädt das liegen gebliebene Fahrzeug auf. Danach geht es weiter. Reparaturmaßnahmen werden erst beim nächsten Tankstopp eingeleitet.

  • Sicherheitshalber noch ein wichtiger Hinweis: der Konvoi-Führer und die Ordner haben das "Hausrecht" im Konvoi. Im Extremfall sind sie befugt, Mitfahrer von der weiteren Teilnahme an der Demo auszuschließen. In den vielen Sternfahrt-Jahren ist das zwar noch nicht passiert. Trotzdem muß jedem klar sein, dass die sichere Durchführung der BU-Sternfahrt für uns absolute Priorität hat und wir unterwegs diesbezüglich keine Diskussionen führen werden.

  • Grundsätzlich gilt: Ruhe bewahren, keine Hektik und die Übersicht behalten. Wenn sich jeder an die Konvoi-Regeln hält, kann eigentlich nichts passieren.

Stichworte: